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Swami Vishnudevananda (1927 - 1993)

Eine Anleitung für den Frieden

Oktober 1957: Der Inder Swami Vishnudevananda erreicht auf dem Seeweg Kalifornien – im Gepäck: ein paar Brocken Englisch, 10 Rupien und eine große Mission: Er wurde von seinem Meister Swami Sivananda (1887–1963) in den Westen geschickt, um dort Yoga zu verbreiten, die spirituelle Anleitung für den inneren Frieden. Swami Vishnudevananda bezahlte Essen und Unterkünfte mit Yogastunden und erarbeitete sich Schritt für Schritt die Herzen der Amerikaner. Hier, im Klima des Kalten Krieges und des Kapitalismus, erkannte er umso mehr die Notwendigkeit seines Schaffens. Sein Ziel war, eine ganzheitliche Evolution zum Frieden einzuleiten. Damit stand er in der Tradition von Gandhi und Martin Luther King.

Weltweite Verbreitung

Heute praktizieren Millionen Menschen die Übungen, die Swami Vishnudevananda vor genau 50 Jahren im Westen zu lehren begann. Turnvereine, Fitnesscenter und Wellness-Hotels bieten Kurse an und jeden Tag findet das Yoga neue Anhänger. Die Gründung der weltweit mehr als 70 Sivananda-Zentren und Ashrams zeigt den enormen Einsatz des dynamischen Yoga-Meisters. Um nur die wichtigsten Orte zu nennen:  New York, Montreal, der Hauptsitz in Val Morin-Quebec, San Francisco, Los Angeles, Chicago, Nassau/Bahamas, London, Paris, Berlin, München, Wien, Reith bei Kitzbühel, Genf, Madrid, Tel Aviv, Delhi, Chennai, Neyyardam (Kerala), Uttarkashi, (Himalayas), Buenos Aires, Montevideo. 

Ein Gramm Praxis ist besser als Tonnen von Theorie

Die fünf Grundpfeiler der Yogapraxis nach Swami Vishnudevananda sind Asanas (Körperstellungen), Atemübungen und Tiefenentspannung, aber auch vegetarische Ernährung und positives Denken. Alle Yoga-Techniken gipfeln in der Meditation, der Erfahrung der Einheit mit sich selbst. Den Grundstein für die systematische Verbreitung des Yoga legte Swami Vishnudevananda 1969 mit der ersten Ausbildung zum Yoga-Lehrer im Westen, den Teachers’ Training Courses (TTC). Aus einer Vision Swami Vishnudevanandas sind über 34.000 Multiplikatoren geworden – und jedes Jahr kommen über 1.000 neue hinzu. Sie verbreiten die Lehre des klassischen Yoga in Clubs, Schulen, Arztpraxen, Universitäten, Krankenhäusern und Gefängnissen.

Nicht nur die Beatles standen Kopf

Als Swami Vishnudevananda 1965 den Beatles auf dem Flughafen in Los Angeles den Kopfstand erklärte, sagte Ringo Starr: „I can’t even stand on my feet, how shall I get onto my head?“ Später brachte er die Beatles von den Füßen auf ihre (Pilz-)Köpfe und sie – wie viele seiner Schüler – begriffen schnell, dass diese Umkehrstellung nicht nur eine körperliche Anstrengung ist, sondern ein Perspektivenwechsel für Körper und Geist.

Frei wie ein Vogel

Für Swami Vishnudevananda existierten keine Grenzen, weder innere noch äußere. Er war der Ansicht, dass Barrieren nur mentale Konstrukte sind, die es zu überwinden gilt. Um dies zu verdeutlichen, begann er exemplarisch nationale Grenzen in Krisenregionen zu überwinden.

1971 flog er mit dem Schauspieler Peter Sellers in seinem zweimotorigen Piper Apache „Peace Plane“ nach Belfast in Nordirland und läutete damit seine Friedensflüge in die Krisenregionen der Welt ein, bei denen er Blumen und Flugblätter abwarf. Sein nächster Friedensflug führte ihn bereits im Monat darauf in den Nahen Osten. Beim Flug über den Suez-Kanal inmitten der Sinai-Krise wollten israelische Militärjets ihn gewaltsam zur Landung zwingen, doch er setzte seine Mission unbeirrt fort. „Der Mensch ist frei wie ein Vogel, überwindet Grenzen mit Blumen und Liebe, nicht mit Bomben und Gewehren.“, so seine Botschaft.

Nach diesem Prinzip schwebte er 1983 mit einem Motor-Drachen und zwei Chrysanthemen-Sträußen „bewaffnet“ von West-Berlin über die Mauer. Er landete in Ostberlin-Weißensee auf einem Acker, wo er von DDR-Beamten vier Stunden vernommen und später per U-Bahn mit einem Käsebrot als Wegzehrung zurück in den Westen geschickt wurde.

Ein Jahr darauf reiste er in einem Doppeldeckerbus mit der Aufschrift “Yoga für den Frieden“ drei Monate lang durch ganz Indien, um den Menschen im Ursprungsland des Yoga den modernen Ansatz der Yogapraktiken und -philosophie nahezubringen. Swami Vishnudevananda starb 1993 während einer Pilgerreise für Weltfrieden und gegenseitiges Verständnis im südindischen Mangalore.

Die Energie von 10 Rupien

Mit der Energie von 10 Rupien gelang es Swami Vishnudevananda, in den Westen zu gehen, alle Sivananda Yoga Vedanta Zentren und Ashrams zu errichten und Tausende von Menschen in Yogalehrer-Kursen auszubilden. "Diese 10 Rupies haben mich unzählige Male rund um die Welt gebracht. Nur durch die Energie meines Meisters Swami Sivananda und durch seine Gnade konnte ich all das tun, was ich getan habe. Alles, was ich getan habe, geschah im Namen meines Meisters.

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Swami Vishnu's Peace Plane
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Swami Sivananda, Swami Vishnudevananda
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